Bitcoin: 01. August und seine Folgen - SegWit, SegWit2x, UASF - Crash, Fork alles gut?

Bitcoin: 01. August und seine Folgen - SegWit, SegWit2x, UASF - Crash, Fork alles gut?

Ein Thema welches jedem im Kryptobereich interessiert ist das kommende Update der Bitcoin Blockchain. Leider sind viele Leute durch die aktuelle Lage sehr verwirrt, was sich auch auf dem Preis des Bitcoins auswirkt. Die Leute trauen sich nicht im Markt drinnen zu bleiben was den Bitcoin weiter schwächt. Was OneCoin bereits getan hat, ist für den Bitcoin langsam unerlässlich geworden - eine Verbesserung der Blockchain.

Dieser Artikel soll über die Update Möglichkeiten der Bitcoin Blockchain und dessen Folgen aufklären.

Die 3 neuen Blockchain Möglichkeiten von Bitcoin.

  1. UASF - User activated  soft fork (BIP148)
  2. Segregated Witness (SegWit)
  3. Segregated Witness + 2 MB (SegWit2x)

Was ist das Problem der Bitcoin Blockchain - Wieso braucht es ein Update?

Das hat mit der Größe der Blöcke von Bitcoin zu tun. Ein Block hat zurzeit ca. ein Megabyte. Das bedeutet das ein Block im Schnitt ca. 10 Minuten braucht, dies bedeutet letztendlich das ca. 7 Transaktionen pro Sekunde sicher und bestätigt durchgeführt werden können.

Ein Block hat daher ca. 4.200 Transaktionen alle 10 Minuten. Mehr ist mit der Bitcoin Technologie der Blockchain nicht möglich. 

Sollten jetzt mehr als 4.200 Transaktionen pro Block passieren, kommt es zum Stau der Transaktionen, diese werden also erst später bestätigt - unconfirmed transactions. Letztendlich bedeutet das, dass ich den Minern höhere Transaktionsgebühren zahlen muss um meine Transaktion schneller zu bestätigen. 

Das mag bei einer Transaktion von 1.000 € vielleicht Gebühren in Höhe von 4 € ausmachen, was vielleicht nicht so schlimm ist. Bei einen Kauf von einen Kaffee für 3 € möchte man jedoch nicht 3 € Transaktionsgebühren zahlen um die Transaktion schnell bestätigen zu lassen. 

Die Miner gehen hier jedoch anders vor. Wenn 1.000 €, 4 € Gebühren bringen und ein 3 € Kaffee 0,10 € dann werden die 1.000 € schneller bestätigt. So kann es sein dass Transaktionen Stunden oder Tage in der unconfirmed transactions Schlange stehen.

Am Angang war die Blockgröße von 1 MB aber nicht festgelegt. So gab es am Anfang keine Blocksize in der Blockchain.

Nachteile einer nicht festgelegten Blocksize

Der Nachteil wenn alle 10 Minuten ein Block eine beliebige Größe haben könnte wäre, dass nur größere und erfahrene Miner wegen den technischen Voraussetzungen neue Blöcke finden, was zu einem unfairen Netzwerk führen würde. 

So könnte man kleinere Miner verdrängen und der Bitcoin würde sich mehr und mehr zentralisieren. Da die Kosten von Transaktionen sehr gering wären, würde das Netzwerk auch mit unnötigen Transaktionen "zu gespamt" werden. So könnten sich Miner mit tausenden von Transaktionen gegenseitig zuspamen und eine andere Kette verlangsamen.

So wurde ca. im Jahre 2011 ein Limit in der Blockgröße festgelegt. 

Zwei neue Hauptmöglickeiten für Bitcoin

  1. Bitcoin unlimited - unbegrenzte Blockgröße
  2. Fixe Größe der Blocks

Eine unlimitierte Größe wäre natürlich eine langfristige Lösung. Das Problem ist jedoch, dass diese Lösung nicht getestet ist, die Entwickler sind nicht sehr erfahren und das Protokoll wurde auch noch nicht getestet.

An der fixen Lösung arbeitet das Kernentwickler Team von Bitcoin - Core developer. Diese sind für eine Lösung die sich Segregated Witness - SegWit - nennt.

Was ist Segregated Witness?

Der Mining-Algorithmus von Bitcoin hat einen ganz kleinen Teil namens Witness. Welche sich wie eine Zwei-Faktor-Authentifizierung verhält, dies ist eine Rückversicherung das alle im Block stimmt. Dieser Teil ist im ganz normalen Block drinnen und nimmt Platz weg für Transaktionen die reinkommen könnten. 

Sollte der Witness rausgenommen - englisch für segregated - hätte man extra Platz in der Blockchain.

Segregated Witness macht also den Block nicht größer als 1 MB sondern es ist einfach mehr Platz für Transaktionen. Dadurch könnten ca. doppelt so viele Transaktionen wie heute alle 10 Minuten in einem Block aufgenommen werden. 

Uneinigkeit im Bitcoin Netzwerk

Nun hat sich das Netzwerk in zwei Lager aufgespalten. Die einen möchten Bitcoin Unlimited und die anderen möchten Bitcoin SegWit.

Da der Bitcoin demokratisch ist kommt es hier zu einer Abstimmung. Sollte es nicht zu einer deutlichen Mehrheit kommen wird der Bitcoin und dessen Blockchain gespalten - hier spricht man von einem Fork.

Unterschied zwischen Hard-Fork und Soft-Fork

Fork bedeutet sozusagen eine Weggabelung. Der eine Teil des Netzwerk würde den Unlimited Weg gehen und der andere Teil geht den SegWit weg.

Nun gibt es jedoch zwei Arten von Forks.

Soft Fork

Einen Soft Fork kennt jeder von uns. Wenn ich zum Beispiel eine App auf meinen Smartphone update - z.B. WhatsApp kann meine neue Version von WhatsApp trotzdem noch mit der alten Version eines Freundes kommunizieren. 

Soft Forks passieren bei Bitcoin ständig. Die sogenannten BIP - Bitcoin improvement proposals - ein Bitcoin Verbesserungsvorschlag. Hier updaten die einen Miner schneller wie die anderen. Das ist genauso gleichgültig wie das updaten der Whatsapp.

Hard Fork

Ein Hard Fork ist mit einen update von Microsoft Office vergleichbar. Irgendwann ist die neuere Version so weit fortgeschritten, dass sich ältere Dateien nicht mehr lesen kann. Das heißt dass bei einen Hard Fork eine so weite Entfernung zwischen den Updates liegt, dass diese nicht mehr mit einander kommunizieren können. 

Der signifikanteste Hard Fork in letzter Zeit

Der letzte und bekannteste Hard Fork war wohl der des Ether Netzwerkes. Nachdem ein Haker mehrere Millionen $ in Ethereum gestohlen hat, hat sich das Netzwerk gespalten. 

Die Blockchain wurde "zurückgesetzt" als hätte der Hacker nichts gestohlen das ist der ETH - Ethereum. Der Ethereum Clasic ETC agiert auf der "alten Blockchain" von Ethereum worauf anzuerkennen ist, dass der Hackerangriff stattgefunden hat.

Welchen Weg geht das Bitcoin Netzwerk?

Was ist Segregated Witness?

SegWit ist ein Vorschlag vom Bitcoin Kernentwickler Team zum weglassen des Witness in der Blockchain. 

SegWit wird erst dann aktiviert wenn 95 % der Miner auf SegWit updaten.

Dabei geht es hier um den reinen Segregated Witness wobei hier die Miner weniger dafür sind (ca. 50 %)

Die Updates sind  natürlich alle Open-Source so können die Miner sich vorher das "Programm" durchlesen und entscheiden ob das update für sie Sinn macht oder nicht. 

Das Kern-Team von Bitcoin wollte 95 % als Regel zum updaten auf Segregated Witness, an sich würden 51 % (also die Mehrheit) reichen, aber mit den 95 % wollten sie das update schneller durchbringen. 

SegWit wurde in einen BIP - Bitcoin improvement proposal - im Jahr 2016 vorgeschlagen. Nur leider haben die Leute nicht upgedatet, da die großen Miner einen Nachteil hätten. Sie würden ihren asic boost verlieren und die Hardware für das minen für Bitcoin wäre nicht mehr so effizient.

Darüber hinaus löst SegWit das Problem der Blocksize Debatte nicht, da nur der Witness rausgelassen wird und in naher Zukunft es wieder zum Stau bei Transaktionen kommen kann. 

SegWit Deadline

Sollte SegWit nicht bis zum 15.11.2017 von der Mehrheit der Miner übernommen worden sein wird letztendlich nichts passieren und die Blockchain bleibt die alte - mit den alten Problemen.

Lightning Network für Bitcoin

Zwar funktioniert schon im Bitcoin das Lightning Network, jedoch ist es total ineffizient. Sollte SegWit aktiviert werden, wäre das Lightning Network jedoch sehr effizient in der Blockchain.

Das Lightning Network würde einige große Probleme von Bitcoin lösen. So würde man für das senden von Bitcoins keine Blockchain mehr brauchen, sondern könnte Peer-to-Peer Coins versenden. 

Wenn ich also eine Person kenne kann ich ihr meine Bitcoins direkt - instant- über das Lightning Network senden und müsste die Transaktion nicht von der Blockchain bestätigen lassen. 

Ein Lightning Network wäre aber für Miner eher uninteressant weil diese hier keine Mininggebühren bekommen würden und die Leute so gut wie keine oder nur sehr geringe Transaktionsgebühren zahlen müssten.

UASF - User activated soft fork

Wenn ein Miner nicht SegWit signalisiert dann verstoßen die Nutzer den Block. Das bedeutet wenn ein Miner keinen SegWit Block schickt, wird dieser nicht akzeptiert so als ob er nicht da wäre.

Dieses Update geht anders als das andere SegWit Update von den Nutzern und nicht von den Minern aus. Dieser Vorschlag wurde im BIP-148 (Bitcoin improved proposal) definiert. 

Doch wer ist ein Nutzer im Bitcoin Protokoll und wie kann er entscheiden nur SegWit Blöcke zu akzeptieren?

full Nodes

Ein full Node hat die gesamte Blockchain runtergeladen. Die Full Node länge ist ca. 160 Gigabyte groß

light Nodes

Der light Node hat gewisse Algorithmen und nimmt nur einen ganz kleinen Teil der Blockchain. Dieser kleine Teil reicht um zu verifizieren dass man selbst genügend Bitcoins zum versenden hat. Dieser kann aber nicht alle anderen Transaktionen verifizieren.  Der Light Node ist ca. 160 Megabyte groß, je nachdem welchen Algorithmus man im Wallet hat.

Wer zählt für den UASF?

Um den SegWit als Nutzer als Soft Fork durchzubringen muss man einen Full Node der Blockchain haben, da der Light Node ja nur eigene Transaktionen verifizieren kann.

Wenn nun neue Blocks von einen Miner kommen müssen diese SegWit signalisieren, ansonsten akzeptiert der Full Node den neuen Block nicht als wäre dieser nicht existent. 

Ist der USAF ein tatsächlicher Soft Fork?

Tatsächlich spaltet sich jedoch die Blockchain durch den UASF denn die alte Blockchain ohne SegWit würde nicht mehr mit der Blockchain mit SegWit kommunizieren. Hier würden also zwei verschiedene Blockchain und somit zwei Bitcoins entstehen. 

Der USAF ist also eigentlich kein User activated Soft Fork sondern ein von den Nutzern initiierter Hard Fork!

Und dieser BIP-148 soll am 01.08.2017 durchgehen. Das heißt das die ganzen Full Nodes dann entscheiden welchen Block sie annehmen und welchen nicht. Hier funktioniert die Abstimmung für oder gegen SegWit genauso wie bei den Minern, diejenigen die auf SegWit updaten sind dafür.

Wer als Miner SegWit signalisiert ist er automatisch im UASF mit dabei. Alle Miner die nicht SegWit signalisieren wären auf einer neuen Blockchain vertreten. Genau hier würde sich die Blockchain am 01.08.2017 spalten.

Sollte es zu diesen Szenario kommen, indem sich Bitcoin spaltet, ist es wichtig dass ihr den Private Key für euer Bitcoin Wallet haltet. Dadurch habt ihr die Bitcoins für beide Blockchains besitzt.

Die Zwischenlösung Segregated Witness2x

Beim New York Agreement welches Ende Mai 2017 stattfand waren viele Miner, Nutzer und Kernentwickler um über die Zukunft von Bitcoin zu sprechen.  

Dort wurde vorgeschlagen SegWit zu aktivieren aber darüber hinaus soll die Blocksize verdoppelt werden. Das bedeutet der Witness würde aus dem Blocks raus genommen werden um mehr Platz für die Transaktionen zu schaffen, und darüber hinaus soll die Größe eines Blocks auf 2 MB angehoben werden. 

Somit wird ein Kritikpunkt von SegWit - die Skalierungsdebatte - vorweg genommen. So sollen mehr Leute ins Boot geholt werden, da SegWit in diesem Szenario durchgeführt werden soll -was Kernentwickler wollen - und die Diskussion um die Blockgröße schwindet - da das Netzwerk größere Datenmenge pro Block möchte. 

SegWit2x soll anders als SegWit (95 %) schon durchgeführt werden wenn 80 % der Miner darauf updaten. So ist der SegWit2x ein update zu den normalen BIP-148.

Laut Unterschriften sollen über 87 % der Miner für SegWit2x gestimmt haben. Was bedeutet dass es zu einer Einigung kam.

Jetzt müssen die UASF nur auch den SegWit2x akzeptieren sonst kann es wieder dazu kommen dass sich Bitcoin spaletet, da ja der BIP-148 UASF nur für SegWit bedeutet und nicht für SegWit2x.


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